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„Einsamer Wolf“ kommt zurück!

Einsamer Wolf Band 1Die Reihe „Einsamer Wolf“ war mein erster Kontakt mit dem Thema Fantasy Rollenspiel. Ich habe die Bücher damals wirklich geliebt und habe alle auf deutsch erschienen Bücher sowie die, nicht ganz so gelungene, Ableger-Serie „Silberstern“ bis heute in meiner Bibliothek. Alle deutschen Ausgaben sind Mitte der 80er bei Goldmann erschienen.

Für die Leute, die das System „Abenteuer Spielbuch“ oder „Choose your own Adventure“ nicht kennen, hier eine kurze Erklärung:
Der Spieler, oder eigentlich besser der Leser, übernimmt die Rolle eines Charakters, hier des Kriegers Einsamer Wolf in der Welt Magnamund, und steuert diesen durch seine Abenteuer. Dafür ist das Buch in nummerierte Abschnitte unterteilt. Am Ende jedes erzählenden Abschnitts wird der Spieler mit verschiedenen Verzweigungen konfrontiert. Eine einfacher Abschnitt sieht dann z.B. so aus:

„103
Der überwucherte Pfad führt zu einer Weggabelung. Ein zweiter Pfad zweigt nach Osten ab.
Willst Du diesen Weg nehmen, lies weiter bei 13.
Willst Du lieber weiter nach Norden gehen, lies weiter bei 287.“

Diese Entscheidungen können natürlich auch die Entscheidung beinhalten, sich vor einem Feind zu verstecken oder gegen Ihn zu kämpfen oder die Entscheidungen können auch eine Abfrage sein, ob der Charakter die richtigen Fähigkeiten besitzt oder die richtige Ausrüstung dabei hat.
Der Charakter wird nach sehr einfachen Regeln am Anfang wie bei einem echten Rollenspiel generiert und hat Lebenspunkte, Kampfstärke, besondere Fähigkeiten und so weiter.
Um während des Spiels den Würfel zu ersetzen gibt es hinten im Buch die legendäre „Nummerntafel der Zufallszahlen„, die Zahlen zwischen 1 und 10 enthält. Auf diese soll man, wenn eine Zufahlszahl benötigt wird, z.B. bei einem Kampf, blind mit einem Stift tippen. Klingt albern, klappt aber. Ein Zehnseitiger Würfel ist trotzdem praktischer.
Wenn man alle Gefahren eines Buches heil überstanden und das Ziel erreicht hat, darf man seinen Charakter sogar behalten und im nächsten Buch, mit leicht verbesserten Fähigkeiten, weitermachen.

Diese kultigen Bücher waren seit den frühen 90ern praktisch ausgestorben und sind zu gesuchten Sammlerobjekten geworden.
Seit einigen Jahren gibt es jedoch das Project Aon. Auf deren Homepage kann man die Lone Wolf-Bücher auf englisch komplett herunterladen (wohlgemerkt mit der expliziten Genehmigung des Autors Joe Dever). Es wurde sogar ein äußerst konfortables System programmiert, in dem man die Bücher als Hypertext durchlesen kann, was natürlich die Vor- und Zurückblätterei im Buch erspart. Außerdem gibt es auch noch eine sehr praktische Anwendung, die einem die Buchführerei der Werte, Lebenspunkte, Fähigkeiten, Ausrüstung und der Kämpfe erspart. Sehr praktisch und sehr empfehlenswert!

Offenbar hat Project Aon das Interesse an diesen Büchern aber wiederbelebt. Denn inzwischen, und jetzt kommen wir zur eigentlichen Neuigkeit, werden die Bücher neu aufgelegt!
Mongoose Publishing, die auch ein auf d20 basierendes Rollenspiel zur Welt von Lone Wolf im Programm haben, legen die Bücher neu auf. Ab Ende Oktober sollen nach und nach alle Bücher der Serie als Taschenbuch wieder aufgelegt werden.
Aber nicht nur das: Es wird sogar eine Collectors Edition in hardcover-Ausführung geben. Im Hardcover ist der erste Band bereits lieferbar und für läppische £ 299 kann man jetzt schon die komplette Collector’s Edition vorbestellen.
Die Collector’s Edition reizt mich schon sehr, aber ich glaube das ist mir dann doch zu teuer – vor allem aber nehmen ca. 30 Hardcover-Bände ziemlich viel kostbaren Regalplatz weg. 😉
Mehr Infos gibt es hier.

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Horus Rising

Cover Horus RisingNormalerweise bin ich ja kein großer Fan von Büchern zu den diversen Spieluniversen. Am treuesten war ich da wohl früher dem Battletech-Universum. Die meisten dieser Romane hinterlassen aber einen eher schalen Nachgeschmack: Es kracht zwar ordentlich aber erzählerisch bekleckern sich die Autoren selten mit Ruhm.
So war es auch eher aus einer Laune heraus, daß ich mir mal den ersten Band der relativ neuen Horus Heresy-Reihe von Black Library geholt habe. In dieser neuen Reihe wird nun endlich das definierende Ereignis und Ur-Trauma des Warhammer 40k-Universums erzählt: Das Verfallen ganzer Legionen der Adeptus Astartes an die dunklen Götter des Chaos und der daraus resultierende Bürgerkrieg im Imperium.

Der erste Band der ersten Trilogie trägt den Titel „Horus Rising“ (ISBN 978-1-84416-294-9) und wurde von Dan Abnett geschrieben. Wer erwartet, das der Erzähler direkt in medias res geht, wird enttäuscht: Die gesammte erste Trilogie behandelt erstmal den Weg Horus´ vom loyalen „Sohn“ des Imperators zum Verräter. Die eigentliche Horus Heresy beginnt also erst im dritten Band.

Der Leser verfolgt das Geschehen zum größten Teil aus der Sicht von Captain Loken, einem Space Marine der Luna Wolves, Horus´ eigener Legion. Loken steigt zu Anfang des Buches in den Kreis der Vertrauten um Horus auf. Durch die Augen dieses sehr loyalen aber auch kritischen Astartes sowie einiger ziviler Beobachter, der sogenannten Remembrancer, einer Art „embedded war journalists“, wird man Zeuge der Unterwerfung eines Planeten, der sich dem Imperium verweigert. Die faschistische Grundeinstellung des Imperiums ist bereits hier vorgegeben: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt kein „neutral“. Sowohl Horus als auch Loken haben durchaus Zweifel an diesem vorgehen: Bei den tausenden von Welten im Imperium – welche Bedeutung hat da schon ein Planet? Aber dennoch: Der Wille des Imperator muss getan werden.
Die Eroberung des Planeten hat aber noch einen weiteren Aspekt: Hier trifft Loken das erste mal auf Kreaturen des Warp und er lernt, daß die Barriere zwischen unserer Dimension und dem Warp dünner ist, als er glaubte. Dieses Kapitel ist wirklich sehr stimmig geschrieben und hat mir besonders gut gefallen. Idealer Stoff für ein Rollenspielabenteuer.
Im zweiten Teil des Buches geht es um die Unterwerfung eines von Tyraniden-ähnlichen Wesen bevölkerten Planeten und das zusammentreffen mit einem anderem menschlichen Reiches. Wieder stellt sich die Frage: Müßen diese Menschen unterworfen werden, weil Sie nicht die Oberherrschaft und reine Lehre des Imperators anerkennen oder könnte man Sie nicht als Partner dulden?

Nicht umsonst trägt der Band den Untertitel „The seeds of heresy are sown“. Immer wieder müssen die Protagonisten die Dinge an die sie glauben und als unumstößlich erachteten in Frage stellen.
Als 40k-Kenner muss man manchen Absatz zweimal lesen, da einem der Inhalt falsch vorkommt. Das Imperium kämpft gegen Religion und Aberglaube? Der Imperator selbst verbittet sich jegliche Verehrung als höheres Wesen? Rituelle Praktiken jeder Art werden verachtet? Bitte? Ach ja – das Buch spielt ja Jahrtausende vor der Zeit, die normalerweise mit Warhammer 40k in Verbindung gebracht wird. Der Imperator lebt noch (wirklich) und hat bis vor kurzem selbst den großen Kreuzzug angeführt und gerade erst die Führung an Horus abgegeben. In sofern gibt das Buch die alte Weisheit wieder „Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert“.

Wo Dan Abnett außer Frage überzeugt, sind die Action-Szenen. Das SciFi-Magazin SFX bezeichnet in wohl nicht zu Unrecht als „the master of war“ und seine Schilderungen des Krieges sind tatsächlich äußerst…plastisch. Abgesehen davon gefiel mir Schreibstil aber insgesamt tatsächlich recht gut und nachdem ich dem Buch die ersten 50 Seiten lang aktiv kritisch gegenüber stand, muß ich doch zugeben, daß es ein gutes Buch ist. Natürlich nur für Fans von 40k und als leichtes Buch für zwischendurch. Aber innerhalb dieses Rahmens ist es wirklich gut zu lesen. Mir hat vor allem gefallen zu sehen, wo das Imperium mit völlig anderen Maximen und Ideen gestartet ist, als es dann später erreicht hat. Ebenso auch die Bereiche, wo sich offenbar in den Jahrtausenden dazwischen nichts geändert hat.
Außerdem ist es natürlich ein erhebendes Gefühl, den Primarchen der Astartes so nahe zu sein und Sie bei Ihren Entscheidungsfindungen zu beobachten. Auch Loken als Zweifler und sympatische Identifikationsfigur funktioniert sehr gut. Das Buch macht tatsächlich einfach Spaß.

Ich werde mir jedenfalls noch die zwei weiteren Bände der ersten Trilogie holen. Danach werde ich wohl nicht weiterlesen, da mir so Endlos-Zyklen ja einfach zu wieder sind. Aber wie die Horus Heresy genau angefangen hat, möchte ich jetzt doch noch wissen…

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